Projekt

Digitale Kompetenzen in der Kinder- und Jugendhilfe

Digitale Medien spielen in der Kinder- und Jugendhilfe eine große Rolle – ob als Alltagsmedien in Form von Social Media oder im Rahmen von Fachsoftwareanwendungen, beispielsweise in der Diagnostik und Falladministration. Trotzdem gibt es kaum systematisches empirisches Wissen zum Stand der Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe oder zu den entsprechenden Anforderungen, Kompetenzprofilen und Qualifizikationsangeboten. Die Qualität fachlichen Handelns mit besonders vulnerablen Zielgruppen im Kontext der digitalen Transformation in einem der größten Berufsfelder der Bundesrepublik ist strukturell nicht abgesichert.

Diese Lücke will das durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Verbundprojekt “Digitale Kompetenzen in der Kinder- und Jugendhilfe” (kurz: DiKoJu) der Universität zu Köln und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ schließen. Im Fokus stehen dabei die Fragen, welcher Stand der Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland vorhanden ist und welche Qualifikationsbedarfe für die Kompetenzentwicklung von Fachkräften sich daraus handlungsfeldspezifisch und -übergreifend ergeben.

Die wissenschaftliche Begleitung sowie die Verbundkoordination liegen bei der Universität zu Köln unter der Leitung von Prof’in Dr. Nadia Kutscher am Lehrstuhl für Erziehungshilfe und Soziale Arbeit. Die AGJ übernimmt im Rahmen der Kooperation die Einbindung der Praxis in das Projekt.

Sie haben Hinweise aus Ihrer praktischen Arbeit zum Thema Digitalisierung? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht.

Kontakt

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:

  1. Gewinnung empirischen Wissens über die Erforschung des Standes der Digitalisierung in einem Mixed-Methods-Design: durch eine bundesweite quantitative Online-Erhebung in der Kinder- und Jugendhilfe und eine qualitative Vertiefungsstudie in vier ausgewählten Handlungsfeldern (Kindertagesbetreuung, Offene Kinder- und Jugendarbeit, stationäre Hilfen zur Erziehung und Jugendämter)
  2. Entwicklung von handlungsfeldspezifischen und -übergreifenden Kompetenzprofilen und Qualifikationsmodulen für Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie deren Erprobung in die Bereichen stationäre Hilfen zur Erziehung und Jugendamt: Praxispartner dabei sind SOS-Kinderdorf e.V. und Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter
  3. Dissemination und Verankerung der Ergebnisse in relevanten bund- und länderbezogenen Strukturen sowie in der Bildungs- und Jugendpolitik über Publikationen und Fachtagungen

Fachliche Begleitung und Beratung erfährt das Vorhaben durch einen Fachbeirat, der sich aus 22 Expert*innen der bundesweiten Kinder- und Jugendhilfepraxis und Personen mit Digitalisierungsexpertise zusammensetzt. Mit dem Gremium wird sichergestellt, dass die Bedarfe, Rahmenbedingungen und Anforderungen der Praxis kontinuierlich im Projektverlauf einbezogen werden.