16.09.2026

AGJ-Zwischenruf: Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt weiterdenken

Ansicht sich Hände verschiedener Personen, die Smartphones bedienen.
Unsplash/Robin Worrall

Wie kann Kinder- und Jugendschutz in einer digital geprägten Lebenswelt wirksam und verantwortungsbewusst gestaltet werden? Und welche Rolle kommt dabei der Kinder- und Jugendhilfe zu? Mit diesen Fragen befasst sich der aktuelle Zwischenruf der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ „Handlungsempfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt – Einordnungen und Erwartungen aus kinder- und jugend(hilfe)politischer Perspektive“.

Die AGJ ordnet darin die Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ ein und formuliert gleichzeitig Erwartungen an den weiteren Umsetzungsprozess auf nationaler und europäischer Ebene. Sie unterstreicht dabei, dass Medienbildung, Demokratieförderung und digitaler Kinder- und Jugendschutz als Querschnittsaufgaben der Kinder- und Jugendhilfe zusammengedacht werden müssen. Zugleich wird deutlich gemacht, dass die damit verbundenen Aufgaben entsprechende fachliche Kompetenzen, Strukturen und dauerhaft gesicherte Ressourcen erfordern.

Der Zwischenruf berührt damit auch zentrale Fragen des Projekts DiKoJu, das untersucht, welche digitalen Kompetenzen Fachkräfte in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe benötigen und wie diese in Qualifizierung und Praxis verankert werden können. Dabei geht es nicht nur um die sichere Nutzung digitaler Medien. Gefragt ist vielmehr, wie Fachkräfte digitale Entwicklungen fachlich einordnen, junge Menschen bei ihrer digitalen Teilhabe unterstützen und mit neuen Herausforderungen, wie Künstlicher Intelligenz, umgehen können. Besonders deutlich wird die Verbindung bei der Frage, wie Medienbildung ausgestaltet sein muss. Die AGJ plädiert dafür, Medienbildung stärker mit politischer Bildung zu verknüpfen und sie nicht auf die Vermittlung von Kompetenzen oder die Aufklärung über Risiken zu reduzieren. Zugleich fordert sie, KI-Kompetenz dauerhaft in Aus- und Weiterbildung zu verankern. Für DiKoJu unterstreicht dies die Bedeutung einer differenzierten Betrachtung digitaler Kompetenzen: Welche Kompetenzen Fachkräfte benötigen, hängt auch davon ab, mit welchen digitalen Lebenswelten junger Menschen, fachlichen Aufgaben und institutionellen Rahmenbedingungen sie konfrontiert sind. Die Untersuchung dieser unterschiedlichen Anforderungen und die Entwicklung von Perspektiven für Qualifizierung sind zentrale Anliegen des Projekts.

Der vollständige Zwischenruf finden sich hier.