06.03.2026

Literaturbericht zu Digitalisierung und Digitalität erschienen

Draufsicht auf eine Tastatur mit Lupe vor Holzgrund.
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Digitale Medien und Technologien prägen heute alle Bereiche unseres Lebens, von der Kommunikation über Messenger mit Freunden, Familie, Ärzt*innen oder der Bank über die Art, wie wir Informationen aufnehmen und uns bilden, bis hin zu unserer Freizeitgestaltung mit Online-Games oder Streamingdiensten. Diese mediatisierte Alltagsrealität ist auch in der Kinder- und Jugendhilfe mittlerweile etabliert geworden. Dabei reagiert die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur auf digitale Entwicklungen, sondern gestaltet diese aktiv mit, bspw. indem sie als Markt und Innovationsfeld für Software oder etwa Maßnahmen für den Sozialdatenschutz wirkt.

Der Literaturbericht des DiKoJu-Projektteams der Universität zu Köln bündelt den aktuellen sozialwissenschaftlichen Forschungsstand zur Digitalität und Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe und gibt einen umfassenden Überblick über Entwicklungen in den verschiedenen Handlungsfeldern. Von der frühen Bildung über die offene Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu den Hilfen zur Erziehung, Kinderschutz und neuen Formaten wie Digital Streetwork zeigt der Bericht wie unterschiedlich der digitale Wandel voranschreitet. Digitalisierung verändert pädagogische Beziehungen, professionelle Rollen, Organisationsstrukturen und Formen der Zusammenarbeit. Digitale Angebote können neue Zugänge zu jungen Menschen eröffnen Beteiligung erleichtern und Unterstützung flexibler gestalten. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Fachkräfte, wie beispielsweise im Umgang mit Künstlicher Intelligenz, digitaler Ungleichheit oder neuen Gefährdungslagen im Internet.

Der Bericht stellt ein zentrales Arbeitspaket der ersten Projektphase dar und macht deutlich, dass die digitale Transformation nicht einheitlich verläuft. Während einige Bereiche seit vielen Jahren mit Hilfe umfangreicher, internationaler Forschung die eigene Professionalisierung vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen ausgestalten können, stehen andere noch am Anfang entsprechender Entwicklungen. Häufig fehlen klare Strategien, ausreichende Ressourcen oder verbindliche Rahmenbedingungen. Zugleich wächst aber der Bedarf an mehr Qualifizierung und fachlicher Orientierung.

Die Publikation steht als Open Access Veröffentlichung kostenlos zur Verfügung. Sie richtet sich an Fachkräfte, Träger, Politik und Wissenschaft und bietet eine fundierte Grundlage für die Fachdebatte.

Zitiervorschlag: 
Stolz, S., Wurster, M., Schuhr, J., Rosenthal, E., Behrendt, L., Nonnenmann, N. & Kutscher, N. (2026): Digitalität und Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe. Literaturbericht. Universität zu Köln. https://doi.org/10.18716/esa/lb26 (PDF,1,1 MB, 136 Seiten)